Eindrücke aus Ghana von Janina Bröder im März 2015

TÖPFERFRAUEN PROJEKT, KPANDO/VR

Die Signboards (Hinweistafeln), die den Besuchern Kpandos den Weg zum Verkaufscontainer (Shed) der Töpferfrauen weisen sollen, stehen unverändert an ihrem Ort. Im Gegensatz hierzu wurde der Shed Anfang des Jahres auf das neu erworbene Land umgesetzt, das im Vorjahr extra zur Erweiterung und dem Ausbau der regionalen Handwerkskunst für die Töpfergilde gekauft wurde!
Das für den Container geschaffene Fundament, auf dem dieser nur zu einem Viertel steht und wovon drei der vier Eckpfosten ungesichert in der Luft hängen, bietet einen traurigen Anblick! Das Dach wurde immerhin zur Hälfte wieder auf dem Shed angebracht. Das Vordach jedoch, das den Töpferinnen vor dem Container Schatten spenden sollte, liegt ramponiert dahinter.
Die Tür ist unverschlossen und dem Betrachter bietet sich ein desaströses Bild beim Betreten. Als wäre ein Tornado durch den Container gefegt, liegen Regalbretter, Tische und Töpferwaren kreuz und quer herum. Die Wände wackeln, alles ist schmutzig.
Mama Ablolo, die für die Leitung der Gilde verantwortlich ist, verwahrt ihre Arbeiten als einzige im Container, arbeitet jedoch weiterhin am liebsten Zuhause - eine Zusammenarbeit der Frauen ist wohl nicht mehr gegeben!

Fazit: Trotz vieler Gespräche, nötiger Vorgaben und der umfassenden Erwachsenenbildung hat sich im Laufe des letzten Jahres deutlich gezeigt, dass dieses "Hilfe zur Selbsthilfe Projekt" nicht vorangekommen ist, sondern sich - im Gegenteil - leider zurückentwickelt hat.
Ein Fortbestand der Gilde scheint für die Zukunft so nur schwer möglich!

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HARDTHAVEN CHILDREN'S HOME, KPANDO/VR

So traurig wie der Anblick des ramponierten Containers sich präsentiert, so schön ist es zu sehen, was Edem und Jessy Adjordor leisten. Durch die Unterstützung von "MAMA TSUNYO - Hilfe zur Selbsthilfe für die Region in Kpando" versorgen sie in ihrem Waisenhaus "HARDTHAVEN" wie gewohnt Kinder, die HIV-infiziert sind oder die ihre Eltern an Aids verloren haben. Erst kürzlich gab es Zuwachs: Die kleine Ella kam zu HARDTHAVEN, nachdem ihre Mutter sie ausgesetzt hatte.
Zudem ist Edem nach wie vor sehr engagiert in der Community-Arbeit und unterstützt Menschen in Kpando und Umgebung, die ohne seine Hilfe kaum eine Chance hätten.
Edem stellte mir zwei Fälle vor, die von der letzte Spende durch "MAMA TSUNYO" in erster Linie profitiert haben:
Der fünfjährige Kekeli, dessen Name "Stolz" bedeutet, lebt bei seiner Mutter ca. 30 Autominuten von Kpando entfernt in dem Dorf Kwamekrom. Mutter und Sohn sind HIV-positiv. Der Junge leidet zudem an einem Geschwür am linken Auge. Durch Edem erhält er nun Medikamente, um die Immunkrankheit so lange und so gut wie möglich einzudämmen. In Kürze soll darüber hinaus eine umfassende Untersuchung in einem Krankenhaus in Accra stattfinden, die Aufschluss über das Geschwür geben soll.
Wir besuchen auch Gossilia, ein zwanzigjähriges Mädchen, das bei seiner Mutter außerhalb von Kpando lebt. Bereits vor 14 Jahren wurde bei ihr die HIV-Infektion festgestellt, doch ihre Mutter verweigerte ihr die Behandlung. Die daraus resultierten Folgen sind unter anderem das lebensbedrohliche Untergewicht des Mädchens. Mittlerweile wird sie durch Edem versorgt und hat somit eine Chance zu überleben!

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INKLUSIONSPROJEKT/ALAVANYO

Sehr erfreulich ist auch die Entwicklung von Kofi, der an der Berufsschule von Alavanyo das Handwerk des Schusters erlernt und dort auch lebt. Seine Betreuer sind sehr zufrieden mit Kofi. Nach den langen Jahren, in denen ihn niemand förderte, scheint er alles, was man ihm beibringt, mit großem Interesse und Lerneifer aufzunehmen.
Die Ferien verbringt Kofi zum großen Teil bei Edem und einem selbstständigen Schuster in der Region. Durch gelegentliche Besuche von Kofi bei seiner Familie achtet Edem darauf, dass die Beziehung sich weiterhin verbessert. Kofi machte insgesamt einen sehr glücklichen Eindruck!

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