Jennifer Grasshoff - Kunsthistorikerin - Rede anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Galerie "Flow Fine Art" in Hitdorf/ Köln im Dezember 2013

 
Die Bilder der Hamburger Künstlerin SUSANNE POLLACH sind inspiriert durch ihre Reisen nach Ghana, wo sie seit 2007 aktiv wohltätig ist. Von dort hat sie hochwertiges afrikanisches Kunsthandwerk in die Galerie mitgebracht. Die ghanaischen Töpferfrauen haben ihr den Ehrentitel "Mama Tsunyo" gegeben, der "Mutter gute Erde" bedeutet. Susanne Pollach hat seit dem Jahr 2000 an vielen Gruppen- und Benefizausstellungen teilgenommen.

Ihre abstrakten und experimentellen Bilder gestaltet sie frei in Mischtechnik mit Ölfarben, Pigmenten, Kaffee und Erden. Die ersten Farbaufträge sind spontan, Susanne Pollach sagt: "Ich habe vorher keine genaue Vorstellung, wie das Bild werden soll." Dann arbeitet sie in unzähligen Schichten, die verklebt, wieder gelöst und überarbeitet werden. Es handelt sich um einen ausdauernden, sehr zeitaufwendigen Prozess, der immer neue Gestaltungsphasen enthält, zu denen auch Zerstörung gehört.

Dass sich das Malmaterial in Bildern bemerkbar macht, ist in der Moderne entstanden, denn bis dahin wurde es beinahe unsichtbar im Hintergrund gehalten. Mit dem Beginn der Moderne wurde Farbe reliefhaft fast plastisch aufgetragen, z.B. bei Van Gogh. Der Pinselstrich oder die Verwendung des Spachtels wurde sichtbar. Andere Künstler, wie Picasso und Braque, fügten Papp- und Holzstückchen in die Bilder ein, so dass dem Malmaterial Raum für eine eigene Sprache gegeben wurde.

Die Wichtigkeit des Materials ist auch bei SUSANNE POLLACH zu sehen. Die Verwendung der Naturmaterialien, die sie in Ghana sammelt, gibt der Künstlerin Erdung, und genau diese erdende Wirkung haben ihre Bilder auch auf den Betrachter. Ihre Collagen schaffen Farbräume, deren kraftvolle Wirkung einen stillen Ursprung haben.